Was Welpen Lernen sollten: Selbstbeherrschung = Erst denken, dann handeln.



Selbstbeherrschung bedeutet die eigenen Emotionen, das Verhalten und die eigenen Wünsche zu kontrollieren und hintenanzustellen. Die eigenen Bedürfnisse oder beabsichtigte Handlungen werden also bewusst zurückgestellt.


Warum ist das wichtig?

Hunde sind durch uns Menschen mit einer Umwelt konfrontiert, die sie schwer begreifen können. Nachbars Dackel pinkelt mit Absicht vor die Haustür, die Katze auch. Riesige Autos fahren unglaublich schnell, Kinder rennen und schreien, Bälle und Frisbees fliegen durch die Luft, ständig kommen Besucher in unser Zuhause und sind auch noch willkommen.


Hat der Hund im Welpen- und Junghundealter diese Reize und Situationen nicht kennengelernt OHNE ihnen nachzugeben, können die Emotionen und die darauffolgenden unüberlegten Handlungen fatal sein: Nachbars Dackel wird bei nächster Gelegenheit attackiert, die Katze lautstark über die Straße gehetzt, auf der gerade ein LKW fährt. Bälle, Radfahrer und Rehe werden gejagt, Kinder und Besucher werden durch Anspringen und Zuzwicken gemaßregelt. Der Hund zieht wie ein Irrer an der Leine und frisst alles, was er finden kann.


Wie lernt der Hund Selbstbeherrschung?

Hunde brauchen souveräne, gelassene und freundliche Vorbilder, die den jungen Hunden vormachen, wie es geht. Also Menschen, die die Sorgen und Bedürfnisse des Hundes verstehen und damit arbeiten. Der Hund selbst sollte in einer Beobachterrolle sein. Er soll Reize wahrnehmen, beobachten und in Ruhe verarbeiten können.

Ich empfehle daher u.a. Abschalttraining.

Abschalttraining kannst du zum Beispiel im eigenen Garten oder in der Innenstadt, am Spielplatz, Sportplatz oder einem Wildgehege machen. Ziel ist es, dass der Hund seine Umwelt beobachten kann. Dabei sollte er sich ruhig verhalten können, deshalb solltest auch du als Vorbild ruhig und entspannt sein. Dein Hund sollte über die Leine oder besser noch über Körperkontakt begrenzt sein.


Kelli und ich schalten am liebsten nach dem Essen ab. Dann sind wir beide müde und zufrieden. Ich schnappe mir eine Decke und etwas zu trinken für uns beide und fahre mit dem Auto zum Beispiel zu einem Waldspielplatz. Dort suchen wir uns ein ruhiges Plätzchen, wo wir spielende Kinder, Spaziergänger mit und ohne Hund, Radfahrer usw. beobachten können. Die Distanz wähle ich so, dass Kelli es aushalten kann ohne zu zappeln, ohne zu bellen oder in die Leine zu springen. Wenn es langweilig wird und ihm die Augen zu fallen, fahren wir wieder nach Hause, wo er die Eindrücke im Schlaf verarbeiten kann.

Wichtig ist hier: Ich verlange nichts von ihm: Keine Kommandos, keine Signale. Er kann stehen, sitzen, liegen, wie er möchte. Ich begrenze ihn so viel wie nötig und so wenig, wie möglich, um zu helfen.


Auf dem Foto seht ihr Kellis Bruder Ashoka beim Abschalten in einem Café in der Göttinger Innenstadt. Auf dem Arm begrenzt und geborgen. Da Welpen sehr reizsensibel sind, sollte man sie noch nicht über die Leine begrenzen, sondern so viel wie möglich über den Körper begrenzen. Die Leine wäre sehr wahrscheinlich ständig straff und der Hund gewöhnt sich an den Zug, was dann später wieder mühsam abtrainiert werden muss.


Anders als die Mutterhündin nehmen wir die Welpen bewusst mit in andere Umfelder, um sie an unser Leben zu gewöhnen. Bei der Hundemutter würden die Welpen das sichere Territorium nicht verlassen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Welpen ein Gefühl von Sicherheit (mein Mensch hat alles im Griff), Halt (er trägt und hält mich) und Geborgenheit (Ich kann mich entspannen) erleben.

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Jule Rettberg

Tel. +49 1575 255 133 5

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