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Unsere Gruppen sind ein sicherer Raum: Warum man bei uns nicht einfach mal zuschauen kann


„Kann ich einfach mal mitlaufen und gucken, ob es für mich passt?“

Diese Frage bekommen wir immer wieder. Beim Mantrailing, bei unseren Easy-Alltag-Gruppen und auch bei anderen Angeboten. Und ich verstehe den Gedanken dahinter. Bevor ich mich für etwas entscheide, möchte ich wissen, worauf ich mich einlasse. Ich möchte die Menschen kennenlernen, die Arbeitsweise sehen und herausfinden, ob das zu mir passt.

Trotzdem ist unsere Antwort in der Regel: Nein.

Und das hat ziemlich viel damit zu tun, wie wir bei DER TUT WAS arbeiten und was eine Gruppe für uns bedeutet.


Zuschauen heißt noch lange nicht verstehen

Unsere Arbeit sieht an vielen Stellen anders aus als das, was Menschen aus klassischem Hundetraining kennen. Wir arbeiten nicht einfach an einem sichtbaren Verhalten und versuchen, dieses zu verändern. Wir wollen zunächst verstehen, was ein Hund mit seinem Verhalten kommuniziert, warum er sich so verhält und was es braucht, damit tatsächlich etwas anders werden kann.

Dafür schauen wir nicht nur auf den Hund. Wir schauen auf den Menschen, auf die Beziehung zwischen beiden, auf Strukturen, Bedürfnisse, Erwartungen, Kommunikation und auf die Situation, in der Verhalten entsteht.

Wenn man unsere Arbeit nicht kennt, sieht man beim Zuschauen aber nur einen kleinen Ausschnitt davon.

Das erleben wir immer wieder. Jemand schaut sich eine Situation an und versteht nicht, warum wir etwas genau so machen. Vielleicht sieht es völlig anders aus als das Hundetraining, das dieser Mensch bisher kennengelernt hat. Und dann passiert schnell etwas sehr Menschliches:

Das kenne ich nicht.

Ich verstehe nicht, was die da machen.

Das kommt mir komisch vor.

Also kann es nicht richtig sein.

Das ist kein Vorwurf. Um ein Konzept einordnen zu können, brauche ich Wissen über dieses Konzept.

Deshalb glauben wir nicht, dass man DER TUT WAS besonders gut kennenlernt, indem man eine Stunde am Rand einer Gruppe steht und zuschaut. Dafür gibt es unsere Website, unseren Podcast und vor allem unser Erstgespräch. Dort können wir erklären, Fragen beantworten, einander kennenlernen und herausfinden, ob unsere Art zu arbeiten zu dir und deinem Hund passt.


Unsere Teilnehmer*innen sind kein Anschauungsmaterial

Es gibt aber noch einen viel wichtigeren Grund.

Unsere Gruppen sind keine Vorführveranstaltungen.

Die Menschen und Hunde, die mit uns arbeiten, sind nicht dafür da, Interessierten zu zeigen, was wir können. Ich möchte sie nicht benutzen, um unsere Arbeit darzustellen. Und ich möchte schon gar nicht, dass ein Mensch oder ein Hund das Gefühl bekommt, beobachtet, bewertet oder beurteilt zu werden, damit jemand anderes anschließend entscheiden kann, ob unsere Hundeschule etwas für ihn ist.

Unsere Arbeit darf man kennenlernen. Sehr gerne sogar.

Aber nicht auf Kosten der Menschen und Hunde, die uns bereits ihr Vertrauen geschenkt haben.


Eine Gruppe ist für uns mehr als mehrere Menschen mit ihren Hunden

Eine Gruppe bei DER TUT WAS ist für mich ein Zusammenschluss von Menschen mit einem gemeinsamen Ziel: gegenseitige Unterstützung, Verständnis, Wachstum, Respekt und Sicherheit.

Menschen lernen miteinander und voneinander. Sie unterstützen sich. Sie erleben die Entwicklung der anderen mit. Sie bauen Vertrauen auf, knüpfen Kontakte und manchmal entstehen daraus Freundschaften und Netzwerke, die weit über die Hundeschule hinausgehen.

Und unsere Gruppen sind persönlich.

Bei uns fließen Tränen. Menschen erzählen private Geschichten. Wir freuen uns gemeinsam über Geburten. Wir feiern Entwicklungen, die vielleicht von außen winzig aussehen und für einen Menschen trotzdem riesig sind. Und wir trauern gemeinsam, wenn ein Hund stirbt oder ein Mensch einen anderen schweren Verlust erlebt.

Das ist kein Raum, in den wir beliebig fremde Menschen hineinsetzen möchten.

Wer Teil einer solchen Gruppe ist, soll sich darauf verlassen können, dass wir diesen Raum schützen.


Auch ein neuer Mensch verändert eine Gruppe

Dabei geht es nicht nur darum, ob jemand freundlich ist.

Jeder Mensch bringt etwas mit in eine Gruppe. Erwartungen, Erfahrungen, Überzeugungen, Fragen, Zweifel und eine bestimmte Art, auf andere Menschen und Hunde zu schauen.

Gerade weil wir an vielen Stellen anders arbeiten, können Fragen oder Bewertungen von Menschen, die unsere Herangehensweise noch gar nicht kennen, etwas mit einer bestehenden Gruppe machen.

Auch schlechte Stimmung macht etwas mit einer Gruppe. Ablehnung macht etwas mit einer Gruppe. Und natürlich macht es etwas mit Menschen, wenn jemand ihre Arbeit mit ihrem Hund beobachtet und anschließend sichtbar zu dem Ergebnis kommt: Nein danke, das hier ist nichts für mich.

Das möchten wir nicht.

Nicht, weil bei uns niemand kritisch sein darf. Im Gegenteil. Fragen, Zweifel und unterschiedliche Perspektiven gehören für mich zu guter Arbeit dazu.

Aber dafür braucht es Offenheit, Wertschätzung und Wohlwollen.


Je mehr Vorwissen du mitbringst, desto wichtiger kann das Kennenlernen sein

Manchmal entsteht die Vorstellung, dass ein Erstgespräch vielleicht für Hundeanfänger*innen sinnvoll ist, aber nicht für Menschen, die schon viel Erfahrung haben oder selbst aus dem Hundebereich kommen.

Ich sehe das anders.

Gerade in der Hundewelt gibt es unzählige Vorstellungen davon, wie Hundetraining funktioniert, wie Lernen funktioniert, was gutes Verhalten ist und welche Rolle der Mensch dabei spielt.

Und wir sind mit unserer Arbeit durchaus speziell.

Deshalb kann es gerade bei viel Vorwissen wichtig sein, miteinander abzugleichen: Was verstehst du unter Hundetraining? Was verstehen wir darunter? Wo haben wir ähnliche Vorstellungen? Wo unterscheiden wir uns? Und können wir mit diesen Unterschieden gut miteinander arbeiten?

Vorwissen ist dabei überhaupt kein Problem. Unterschiedliche Meinungen auch nicht.

Schwierig wird es, wenn wir etwas Neues nur durch die Brille dessen betrachten, was wir bereits kennen. Wenn aus „Das kenne ich anders“ ein „Das ist falsch“ wird, bevor wir überhaupt verstanden haben, warum jemand etwas anders macht.

Von Menschen, die mit uns arbeiten möchten, erwarten wir deshalb nicht, dass sie schon genauso denken wie wir.

Wir erwarten Offenheit. Die Bereitschaft, eine neue Perspektive einzunehmen. Wertschätzung und Wohlwollen. Und die Bereitschaft, nicht nur den Hund verändern zu wollen, sondern auch sich selbst und das eigene Handeln anzuschauen.


Genau dafür gibt es unser Erstgespräch

Ein Erstgespräch ist bei uns deshalb nicht einfach eine Anamnese, die abgearbeitet werden muss, bevor man endlich in eine Gruppe darf.

Wir wollen dich kennenlernen. Und wir wollen deinen Hund kennenlernen.

Wir möchten verstehen, was euch beschäftigt, was ihr schon erlebt habt und was du dir von unserer Zusammenarbeit erhoffst. Gleichzeitig möchten wir dir zeigen, wie wir denken und arbeiten.

Und dann schauen wir gemeinsam, ob es einen Weg gibt.

Du musst dafür nicht alles können. Du musst auch nicht sofort alles verstehen oder alles genauso sehen wie wir. Und selbstverständlich darfst auch du nach einem Erstgespräch feststellen: DER TUT WAS ist nicht das Richtige für mich.

Was wir aber sehen möchten, ist die Bereitschaft, sich wirklich auf die gemeinsame Arbeit einzulassen.


Denn unsere Arbeit beginnt nicht mit der Frage:

Wie bekommen wir dieses Verhalten weg?

Sie beginnt mit der Frage:

Was erzählt uns dieser Hund eigentlich?

Verhalten ist Kommunikation.


Wir möchten diese Kommunikation verstehen. Wir wollen an die Ursache kommen und herausfinden, was Hund und Mensch brauchen, damit sich wirklich etwas verändern kann.

Deshalb arbeiten wir nicht einfach am Verhalten eines Hundes. Wir arbeiten an der Beziehung zwischen Mensch und Hund.

Das kann bedeuten, dass der Mensch umdenken muss. Dass er sich anders verhalten, andere Strukturen schaffen oder seinem Hund andere Unterstützung anbieten muss.

Und ja: Dann verändert sich häufig auch das Verhalten des Hundes.

Aber der Erfolg steht nicht am Anfang.

Erfolg folgt auf die Arbeit, die vorher getan werden muss.


Wir halten unseren Rahmen

Wir wissen ziemlich genau, wie wir arbeiten möchten und welchen Rahmen es dafür braucht.

Dieser Rahmen gilt für alle. Für Hundeanfänger*innen genauso wie für Menschen mit jahrzehntelanger Hundeerfahrung oder fachlicher Ausbildung.

Das bedeutet nicht, dass wir nicht offen sind. Wir sind offen für Fragen, andere Perspektiven, andere Erfahrungen und Menschen, die Dinge anders sehen als wir.

Aber Offenheit bedeutet für uns nicht, dass unser Rahmen beliebig wird.

Wir tragen Verantwortung für die Menschen und Hunde, die bereits mit uns arbeiten. Für ihr Vertrauen, ihre Sicherheit und für den Raum, den wir gemeinsam geschaffen haben.

Und genau deshalb kann man bei uns nicht einfach mal zuschauen.

Nicht, weil wir etwas zu verbergen haben.

Sondern weil es etwas zu schützen gibt.


Jule 🩷


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